Probenstruktur und Konzertvorbereitung – ein möglicher Probenplan

Probenstruktur und Konzertvorbereitung – ein möglicher Probenplan

Folgende Situation: Als Dirigent haben Sie 15 Proben Zeit für ein Programm mit einer Spielzeit von 45 Minuten. Mit einer klaren Struktur und einem gut vorbereiteten Ablaufplan kommen Sie sicher und nachhaltig zu einem verlässlichen Konzertergebnis. Nachfolgend ein möglicher Plan:

Ablaufplan für 15 Proben zur Konzertvorbereitung:

Proben 1 bis 4

  • Alle Werke anspielen und durchspielen
  • im Originaltempo / Konzerttempo spielen (!!!)
  • Ihre Ansagen bzw. Sprache sollte nur „sachlich“ sein (z.B. „…hier steht piano, hier steht eine Fermate,…)
  • Eigene Werte und Veränderungen werden dem Orchester angegeben und durch die Musiker in die Noten eingetragen

Proben 5 bis 11

  • Motto: „Musiker entwickeln, Noten entwickeln und Konzert vorbereiten“
  • Detailarbeit an den Werken, aber immer „phrasiert“ proben (!!!)
  • Klangfarben und Mischfarben erarbeiten und abstimmen
  • Führungsrollen festlegen
  • Technik erarbeiten und Problemstellen lösen
  • in den Proben immer wieder „Mini-Konzerte geben“, aber auch im Dirigat
  • Ihre Ansagen bzw. Sprache sollte „mit Bildern“ (Metaphern) und musikalisch sein

Proben 12 bis 15

  • Intonation abstimmen und sichern
  • die große musikalische Ausdrucksformen der Werke erarbeiten
  • Sicherheit durch viele „Konzertmomente“ in den Proben
  • Durchspielen, Durchspielen, Durchspielen
  • Ihre Ansagen bzw. Sprache sollte nur reduziert auf das wichtigste sein, nicht mehr abreißen und das finale Leistungslevel des Orchestes kennen, d.h. „Fair fordern, aber nicht überreißen“

 

By |2018-12-30T20:04:56+00:0018. November 2018|Categories: Dirigieren, Konzerte|Tags: , , , |0 Comments

About the Author:

Michael Schönstein arbeitet als Bereichsleiter in einer mittelständischen Unternehmensgruppe der Medien‐ und Softwarebranche. Als Dirigent leitet er verschiedene sinfonische Blasorchester mit über 120 Musikern. Michael Schönstein stammt aus einer Familie, in der Musik im Mittelpunkt steht. Mit der Ausbildung auf Oboe, Englischhorn, Saxophon und Akkordeon bildete er sich seine Kenntnisse als Instrumentalmusiker. Bei den Wertungsspielen und Wettbewerben des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB), sowie bei internationalen Wettbewerben wirkt er als Juror. Als Teilnehmer des Privatstudium “Metafoor” in der BDB Akademie vertieft er bei dem niederländischen Dirigenten Alex Schillings und dem Komponisten Rob Goorhuis sein Fachwissen im Bereich Schlagtechnik, Komposition und Klangarbeit.

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