Bei der Verleihung der KI verein(t) Awards 2025 in Köln wurde der Musikverein Freiburg-Mooswald e.V. mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Die bundesweite Ehrung von Haus des Stiftens und Microsoft würdigt Projekte, die Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll im Non-Profit-Bereich einsetzen. Als Projektleiter durfte ich dieses KI-Projekt – einen umfassenden digitalen Vereinsberater – von der Idee bis zur Umsetzung entwickeln und begleiten.
Warum dieses KI-Projekt für Vereine wichtig ist
Die Grundidee entstand aus einer Herausforderung, die fast alle Vereine betrifft:
Wissen geht verloren, Prozesse unterscheiden sich von Amtszeit zu Amtszeit, und neue Vorstandsmitglieder müssen sich oft mühsam einarbeiten. Gerade im Ehrenamt, in dem keine kontinuierlichen Übergaben oder professionellen Verwaltungsstrukturen existieren, führt das zu vermeidbaren Fehlern, Unsicherheiten und Zeitverlust.
Der von mir entwickelte KI-Chatbot setzt genau hier an, denn er…
- bündelt Wissen aus vielen Generationen Vorstands- und Organisationsarbeit,
- macht dieses Wissen jederzeit abrufbar,
- beantwortet Fragen in Sekundenschnelle,
- schafft einheitliche und reproduzierbare Abläufe,
- entlastet Ehrenamtliche spürbar und dauerhaft.
KI wird damit nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem Werkzeug, das Verantwortungsträgern Orientierung bietet und das Ehrenamt stabilisiert. Dass dieser Ansatz von der Jury als eines der innovativsten Projekte Deutschlands ausgezeichnet wurde, bestätigt den hohen Bedarf, den viele Vereine spüren, aber oft nicht klar benennen können.
Mein fachlicher Hintergrund in diesem Projekt
Die Entwicklung eines solchen Systems erfordert mehr als technisches Verständnis. Sie verlangt die Fähigkeit, Strukturen zu analysieren, Prozesse neu zu denken und eine Technologie so einzusetzen, dass sie Menschen wirklich unterstützt. In meiner Arbeit als Senior Business Architect Marketing in einem führenden Softwareunternehmen beschäftige ich mich seit Jahren mit der Digitalisierung von Organisationen, mit KI-Anwendungen, Automatisierung und nutzerzentrierten Systemen.
Parallel dazu bringe ich als Berater, Coach und Dirigent umfassende Erfahrung aus der Vereinswelt, der Kulturbranche und der Führung von Teams und Projekten mit. Diese Kombination hat maßgeblich zum Erfolg beigetragen:
- Technisches Verständnis für KI und moderne Tools
- Organisationswissen aus dem Ehrenamt und der Kulturarbeit
- Prozessdenken aus dem Projektmanagement
- Didaktische Erfahrung, um komplexe Inhalte verständlich zu machen
- Strategische Kompetenz, um ein System zu entwickeln, das Verantwortung trägt, statt neue Komplexität zu erzeugen
Dieses Projekt war ein Beispiel dafür, wie sich Kompetenzen aus verschiedenen Welten – Technologie, Kultur, Management, Ehrenamt – sinnvoll verbinden lassen.
Warum die Auszeichnung ein wichtiges Signal ist
Die Jury würdigte besonders, dass unser Ansatz nicht „technologieverliebt“ ist, sondern ein reales Problem löst: fehlende Strukturen und verlorengehendes Wissen im Ehrenamt. Agnes Heftberger, CVP & CEO Microsoft Deutschland und Österreich, betonte in ihrer Laudatio, dass KI vor allem dort wirksam wird, wo sie Menschen entlastet und Teilhabe ermöglicht.
Für mich ist diese Auszeichnung ein klares Signal:
Digitale Werkzeuge können Kultur- und Musikvereine stärken, stabilisieren und auf ein neues Level heben – ohne die Menschlichkeit oder den Gemeinschaftssinn des Ehrenamts zu verlieren.
Gerade in der Amateurmusik steckt enormes Potenzial, wenn technische Innovation auf kulturelle Tradition trifft.
Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft der Vereinsarbeit?
Das KI-Projekt ist kein Einzelwerk – es ist ein Baustein einer größeren Entwicklung. Themen wie Wissensmanagement, Prozessklarheit, digitale Unterstützung und moderne Führungskultur werden für Vereine immer wichtiger. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Entwicklungen zu begleiten, Vereine und Kulturorganisationen zu stärken und ihnen Wege aufzuzeigen, wie Digitalisierung ihnen Zeit, Orientierung und Stabilität zurückgeben kann.
Wer die Amateurmusik liebt, weiß: Gemeinschaft entsteht im Miteinander – und genau hier kann KI helfen.
Weitere Details zur Preisverleihung und die offizielle Pressemeldung finden Sie hier:
https://www.orchestergemeinschaft.de/ki-award-gewonnen/
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