Ouvertüren – Geschichte und Gedanken zur musikalischen Form

Ouvertüren – Geschichte und Gedanken zur musikalischen Form

Definition laut Wikipedia:

Eine Ouvertüre (von französisch ouverture ‚Eröffnung‘) ist ein Werk der Instrumentalmusik, das zur Eröffnung von Bühnenwerken (Oper, Ballett oder Tanz-Suite, Schauspiel), größeren Vokalwerken (Kantate, Oratorium) oder generell als Auftakt eines Konzertprogramms dient. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ouvertüre)

Entstehung

Einleitungen für Konzert- und Tanzveranstaltungen sind seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bekannt. Sie wurden auch bezeichnet als:

  • Toccata
  • Sonata
  • Sinfonia

Teils bestehend nur aus kurzen Fanfaren. Ab dem 17. Jahrhundert folgten Werke mit zwei Sätzen unterschiedlicher Tempi, bis hin zu Werken mit drei Sätzen. Im Französischen wurden die Einleitungs-Werke als „Entrée“ bezeichnet. Ca. 1800 folgte dann weitläufig die Bezeichnung „Ouverture“. Im Italienischen blieb aber „Sinfonia“ als Begriff üblich.

Aufbau und Form

Der formale Aufbau hängt mit der „Sonate“ und der „Sinfonie“, sowie im Italienischen mit dem „Concerto grosso“ und der „vorklassischen Sinfonia“ zusammen. Aus der letztgenannten entwickelte sich sich dann die klassische Sinfonie. Ca. 1800 wurde die Trennung in Französische und Italienische Ouvertüren aufgelöst und „Ouvertüren“ hatten entweder eine „Sonatensatzform“ oder sie sind aus den musikalischen Themen einer Oper zusammengestellt.

Französische Ouvertüre

  • typische dreiteilige Form
  • gravitätischer Einleitungsteil mit punktierten Rhythmen
  • schneller fugierter Mittelteil
  • an den ersten Teil angelehnter Abschlussteil.

Italienische Ouvertüre

  • dreiteilige Form
  • schneller konzertanter Einleitungsteil
  • langsamer Mittelteil
  • Tanz-Teil, der musikalisch oft an den ersten Teil angelehnt ist

Opernouvertüre

  • rein instrumentales Einleitungsstück einer Oper
  • gespielt bei noch geschlossenem Vorhang
  • Musikalische Hauptelemente (Melodien, Motive) werden dem Zuhörer vorgestellt

Potpourri-Ouvertüre

  • Variante der Opernouvertüre
  • häufig bei Operetten
  • Melodien aus der Operette zusammengemischt

Konzert-Ouvertüre

  • Reines Orchesterwerk
  • programmatischer Hintergrund oder aus Anlass einer Feier entstanden

Schauspiel-Ouvertüre

  • Für Schauspiel und Bühnenmusik komponiert
  • Beispiel „Ouvertüre zu Shakespeares Sommernachtstraum“ von Mendelssohn.

Bach und die „Ouvertüre“

Johann Sebastian Bach überschrieb das „Erste Brandenburgische Konzert“ in seiner Frühform (ohne den später hinzugefügten dritten Satz) mit dem Titel des Eingangssatzes, „Ouverture“. Aus diesem Grunde werden die Orchestersuiten, sowie weitere Suiten des Spätbarocks, heute auch häufig als „Ouvertüren“ bezeichnet.

By |2018-07-19T23:21:39+00:0019. Juli 2018|Categories: Dirigieren, Noten|Tags: , |0 Comments

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